Schritt 2: Sichtachse & Laufweg – Die Zeitachse der Wahrnehmung
Ein Leitsystem entfaltet seine Wirkung nicht erst, wenn der Besucher unmittelbar davorsteht. Entscheidend ist der Anlaufweg auf das Display:
- Lange Anlaufstrecke: Kann der Besucher den Monitor bereits aus 15 bis 20 Metern Entfernung einsehen, müssen Typografie und Symbolik so skaliert sein, dass die Kerninformation schon aus der Distanz erfassbar ist. Der Besucher verarbeitet die Richtung im Gehen. Ist das Display zu klein, bleibt dieser Effekt aus – der Besucher muss davor stehen bleiben und blockiert den Personenfluss.
- Kurzer Anlaufweg / Verweilzonen: Nur an Punkten, an denen Besucher naturgemäß verharren (z. B. direkt am Fahrstuhleinstieg), sind kompakter fokussierte Darstellungen sinnvoll.
Schritt 3: Raumproportionen & Deckenhöhe
Ein Display muss sich proportional in die bestehende Architektur einfügen. Die Deckenhöhe verändert die Wahrnehmung eines Bildschirms drastisch:
- Standard-Neubau (Deckenhöhe ca. 270 cm): Ein 65-Zoll-Monitor wirkt präsent, gut lesbar und fügt sich stimmig ein.
- Hohe Foyer-Architektur oder Altbau (Deckenhöhe ab 350 cm): Derselbe 65-Zoll-Monitor wirkt bei dieser Raumhöhe verloren und wie eine behelfsmäßige Nachrüstung. In solchen Umgebungen sind Bildschirme ab 75/85 Zoll oder freistehende Stelen erforderlich, um ein ausgewogenes Gesamtbild zu erzielen.
Die Formel für eine erfolgreiche Planung lautet daher stets: Erst der Inhalt, dann der Laufweg und schließlich das architektonische Gesamtbild.